Die Annapurna ist bekannt für schlechtes Wetter, Lawinen und einer Todesrate von etwa 33%. Was zur Hölle mich dahin getrieben hat?

Die Frage ist einfach zu beantworten, sie ist einer der am seltensten bestiegenen 8000er und somit noch ein echtes Abenteuer. Hier ist man abgeschieden von der Zivilisation in einem Basecamp in das nicht einmal die Sherpas wandern, Anreise und Versorgung mit dem Helikopter. Während meiner Lhotse Besteigung habe ich den Trubel am Everest erlebt und festgestellt, dass ich ja eigentlich gar kein richtiges Solo mache, da ich ja die Leitern der Sherpas benutzte um durch den Khumbu Eisfall zu steigen. Obwohl ich auf mich allein gestellt und ohne Sauerstoff unterwegs war hat es sich einfach nicht pur genug angefühlt. Für mich ist das wahre Bergstiegen einfach so minimalistisch wie möglich, wie so wenig Ausrüstung aber auch so abgelegen wie möglich.

Nachdem ich meine Camps auf mich gestellt eingerichtet habe - also meine Ausrüstung in verschiedenen Etappen am Berg positioniert habe heißt es warten auf das optimale Gipfelwetter. Die Wochen vergehen wobei das Wetterfenster sich immer weiter verschiebt, da gibt es nichts besseres als im Basecamp ein paar Partien Schach zu spielen. Das schöne ist, dass ich dabei total entspannt bin, wenn das Wetter eine Besteigung nicht zulässt dann ist das so, der Gipfel ist Bonus.