Winter Solo
Am liebsten bin ich ganz alleine unterwegs
Träger oder Sauerstoff zu benutzen ist Schummeln.
Der Tag An Dem Die Erde Nicht Stillstand
Am 25.04.2015 hat das Erdbeben,
in Nepal, mein Leben verändert
Fernab Der Zivilisation
Der Weg in die Berge der Erde
ist auch ein Weg in mich selbst
Am Abenteuer Teilhaben
Mir liegt es am Herzen
zu ermutigen und zu inspirieren
Jeder Tag ist ein Wagnis
und wird dadurch erst lebenswert
Annapurna 8091m Solo Expedition
Nur wer sich auf den Weg macht

wird "neues Land" entdecken
Winter
Solo
Am liebsten bin ich ganz alleine unterwegs Träger oder Sauerstoff zu benutzen ist Schummeln.
Der Tag An Dem Die
Erde nicht Stillstand
Am 25.04.2015 hat das Erdbeben, in Nepal, mein Leben verändert
Fernab
Der Zivilisation
Der Weg in die Berge der Erde
ist auch ein Weg in mich selbst
Am Abenteuer
Teilhaben
Mir liegt es am Herzen
zu ermutigen und zu inspirieren
Jeder Tag
ist ein Wagnis
und wird dadurch erst lebenswert
Annapurna 8091m Solo Expedition
Nur wer sich
auf den Weg macht

wird "neues Land" entdecken
Winter
Solo
Am liebsten bin ich ganz alleine
unterwegs Träger oder Sauerstoff
zu benutzen ist Schummeln.
Der Tag An Dem Die
Erde Nicht Stillstand

Am 25.04.2015 hat das Erdbeben, in Nepal, mein Leben verändert
Fernab
Der Zivilisation

Der Weg in die Berge der Erde
ist auch ein Weg in mich selbst
Am Abenteuer
Teilhaben

Mir liegt es am Herzen
zu ermutigen und zu inspirieren
Jeder Tag
ist ein Wagnis

und wird dadurch erst lebenswert
Annapurna 8091m Solo Expedition
Nur wer sich
auf den Weg macht


wird "neues Land" entdecken

Der Elbrus ist zur Hochsaison ein beliebter, ja fast überlaufener Gipfel. Ich war dort als die Tage Kurz und nicht nur die Nächte verdammt Kalt waren - es war wunderbar! 

 

Es ist der 31.12.2016 als ich die Wellblechhütte auf 3700 Metern verlasse. Es ist mehr ein Windschutz als eine Hütte, drinnen liegt Schnee ohne Ende und die Temperaturen bewegen sich zwischen minus 25 und minus 10 Grad. Ich bewege mich durch die Nacht an den Steinen entlang, hier ist es gefühlt noch einmal deutlich kälter. Aus meiner Tasche hole ich einen kleinen Feuerwerkskörper. Nachdem sie gut positioniert ist, versuche ich sie zu entzünden, was mir erst nach 10 Minuten mit stark verkühlten Fingern gelingt. Ich mache einen Schritt zurück, doch alles was ich zu sehen bekomme ist ein Plopp. Ahh Fehlzündung!

Am folgenden Abend bin ich schon in einem anderen Jahr, ich packe alles für den Gipfel-Anstieg zusammen und da fällt es mir auf. Oh Nein! Ich habe die Bügel für meine Steigeisen vergessen - ohne Bügel halten sie nicht unter meinen Bergstiefeln. Ich bin sowas von erleichtert, endlich habe ich einen guten Grund umzudrehen. Mein Schlafsack ist mittlerweile eisgefüllt - mein Schweiß ist kondensiert und gefroren, er taut nun bei den kalten Temperaturen nicht mehr auf.

Aber letztendlich habe ich soviel Zeit und Mühen investiert. Wenn ich jetzt umkehre werde ich es bereuen. Ich finde einen alten Schraubenzieher in der Hütte und beginne meine Ski-Bindung auseinander zu schrauben. Die Bügel von der Bindung passen zwar nicht ganz in die Steigeisen aber mit etwas Zeltschnur stabilisiert wird das schon gehen - hoffentlich.

Am frühen Morgen steige ich über die blankgewehten Blaueisfelder auf um meine Steigeisenkonstruktion zu testen. Aber auch um mich zu akklimatisieren und nach einem Platz für mein Camp zu schauen. Schon seit meiner Ankunft im Basecamp, am Fuß des Berges, ist mir ein Hund hinterhergelaufen. Ich hatte gehofft, er wäre mittlerweile wieder umgekehrt aber er ist anscheinend hier aufgewachsen und fühlt sich wohl bei der Temperatur. Als nach ein paar Stunden das Gelände immer steiler wird läuft mir der Hund immer noch hinterher. Ich bin hier hergekommen um alleine zu sein, es ist wirklich keine Menschenseele hier, aber der verdammte Hund folgt mir. Ich wünsche mir, dass er irgendwann einfach umdreht und dahin läuft woher er gekommen ist. Doch der Hund läuft immer weiter mit bis ich irgendwann auf etwa 4400 Metern Höhe auf die Blankeisfelder schreite. Es dauert nicht lange bis ich plötzlich sehe, das der Hund das Blankeis herunter schlittert Er wird immer schneller und trifft einen Felsen, überschlägt sich und verschwindet in der Tiefe. 

Jetzt tut er mir doch ein bisschen leid, aber es gibt nichts das ich für dieSE arme Kreatur tun kann. Ich steige noch auf 4600 Meter auf, nur um festzustellen dass sich dieser Ort nicht für ein Camp eignet. Der Wind, der hier bläst, prallt mit hohen Geschwindigkeiten ungeschützt auf den Grat. Also werde ich wohl auf ein Camp verzichten müssen sage ich mir im Abstieg und stolpere dabei, ganz in Gedanken, über den Hund. Er lebt noch und ist fast unverletzt, aus einer kleinen Wunde am Hinterbein rinnt Blut. Ich bin so froh ihn zu sehen. All mein Groll darüber, dass er mir hinterherläuft ist verschwunden. Hahaha Du dummer Hund!

Nach einem Ruhetag klingelt mein Wecker um 12.00 Uhr nachts - Zeit loszuziehen!

Ich muss nichts anziehen außer meine Expeditionsstiefel, ganz einfach weil ich schon mit meinem Daunenanzug im Schlafsack lag um nicht zu frieren. Wasser habe ich bereits geschmolzen - ich esse einen Riegel und schnappe meine Carbon-Skistöcke. Und... natürlich folgt mir der Hund! Irgendwie ist es schön, dass er da ist, ich fühle mich nicht so alleine und rede mit ihm - immerhin habe ich seit einer Woche niemanden mehr gesehen. Er hält sich im Schein meiner Stirnlampe während ich langsam einen Schritt von den anderen setze. Ich wähle meine Geschwindigkeit so, dass ich ohne Pause komplett durchgehen kann obwohl ich schlecht akklimatisiert bin. Einmal pro Stunde halte ich kurz an um 200 ml Flüssigkeit zu mir zu nehmen. 100 davon sind Wasser mit TANG - so eine Art Fruchtpulver (in meinem Fall mit Mango-Geschmack), das ich mir aus Argentinien mitgenommen habe aber auch in Nepal weite Verbreitung findet. Die andere Flasche enthält ein Energiegetränk namens Peronin - ein Liter davon enthält fast 1000 kcal. Jetzt wo es steil wird, macht der Hund halt uns sucht sich einen Rastplatz auf einem Felsen. 

Die Sonne ist noch nicht aufgegangen als ich oben an den Felsen von Lenz, 4800 Meter, angekommen bin und mir der Wind um die Ohren zischt. Es ist bitter kalt geworden. Mein Thermometer (ich musste eins für Gefriertruhen nehmen) zeigt mir etwa minus 46 Grad an. Meine konstante Geschwindigkeit heizt mich auf und obwohl ich meine Zehen noch spüren kann schaue ich auf den brennenden Himmel und sehne den Sonnenaufgang herbei. 

Um kurz vor 6 Uhr reicht das Glimmen am Himmel um die Stirnlampe auszuschalten und ich beginne auf etwa 5200 Metern mit der Traverse zum Sattel zwischen den beiden Gipfeln. Denn schließlich bin ich auf der falschen Seite... um den Hauptgipfel zu erreichen muss ich noch etwa 2 Kilometer traversieren und 400 Höhenmeter zurücklegen.

Die Symptome von AMS (Acute Mountain Sickness) also von Höhenkrankheit, machen sich bemerkbar. Ich bekomme einen leichten Druck auf den Kopf und mir wird langsam übel - so wirklich etwas trinken kann ich nicht mehr. Aber das war mir klar. Ich habe ein Zeitfenster von 6 Stunden, in denen ich das aushalten kann ohne dass mein Zustand sich drastisch verschlechtert, das will ich jetzt voll ausnutzen und zwinge mich mit konstantem Tempo den Hang hinauf. Mein Tunnelblick lässt die Umgebung verschwimmen. Einen Fuß vor den anderen. Dort ist der Gipfel, gleich bist du da...

Weit gefehlt, jetzt wo ich hier oben stehe sehe ich es: ich bin auf einem Scheingipfel, einer Schneewehe fernab des Hauptgipfels, gelandet. Ich könnte kotzen. Trotzdem bewege ich mich einfach immer weiter und eine undefinierbare Zeit später stehe ich um kurz nach 10 Uhr morgens auf dem Dach Europas. Es ist ein strahlender Tag mit einem wunderbaren Ausblick. Mir ist fast als könnte ich das Schwarze Meer in der Ferne ausmachen - mit knapp 10 Stunden im Aufstieg bin ich noch gut in der Zeit und werde vor der Dunkelheit unten sein.

Ich renne den Berg hinunter - immer schön tief und ruhig atmen sage ich mir sonst kotze ich. Und wer liegt da unten auf dem Stein und wartet auf mich? Der Hund ist immer noch da! ich freue mich richtig das letzte Stück mit ihm gemeinsam zu gehen. 

Über einen Knopf von meinem Spot wird per Satellit der Jeep alarmiert - Abholung übermorgen. Ich laufe aus dem Tal hinaus - der Weg ist lang aber mein Rucksack mittlerweile deutlich leichter als die 35 Kilo zu beginn. Am Anfang der Straße angekommen lege ich mich in meinen Schlafsack, das ist die einzige Möglichkeit zu warten ohne zu frieren. Der Hund folgt mir noch immer und Legt sich neben mich in den Schnee, mittlerweile ist sogar noch ein zweiter hinzugekommen und sie tollen im Schnee herum als das Russische Militär vorbeifährt. 

Ich sehe ein Fahrzeug auf mich zufahren, dass muss es sein. Ich verabschiede mich von den Hunden als ganz unerwartet zwei Russen aus dem Jeep aussteigen- ich krieche aus dem Schlafsack und laufe mit meinen Innenschuhen über den Schnee um mein Gepäck zu verstauen. Was macht ihr denn hier? frage ich sie verdutzt. Sie lachen nur und sagen "Dass was Du sicherlich nicht geschafft hast!" Soso - denke ich mir, scheitern wollt ihr also? Na dann viel Spaß - mir ist es gleich was sie tun. Es gibt wirklich nichts Schöneres als den weichen Autositz und das warme Gebläse.